Copyright 2004 by H.W. Kopczinski, Paraguay

 
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Hotels in Paraguay
Tranquilo und Mañana
Ob  privat in Behörden,  beim Arztbe-
such oder beim Einkaufen  –  in Para-guay  steht  der  Mensch   immer im-
Vordergrund. Nichts außer dem  Wet-
ter und der Familie scheint  wichtig... 
Paraguayer sind sehr positiv eingestellte,  hilfsbereite
Menschen und ausgesprochen fremdenfreundlich und
tolerant. Das  über  Jahrhunderte  andauernde Dienen
unter Kolonialherren, Mestizen und Diktatoren hat die
Menschen dieses Landes gelehrt,  sich  auch an klei-
nen Dingen  erfreuen  zu  können und selbst in mögli-
chen Problemen eine gute Seite zu sehen...  

Alles braucht halt seine Zeit...

"Tranquilo" und "mañana" sind die Zauberworte,  die
man immer wieder hört. Das "tranquilidad" (="Gelas-
senheit") mit der die Einheimischen  jede auch noch
  Leben und Alltag in Paraguay
so prekäre Situation meistern,  ist  einerseits  bewunderungswürdig,  anderer-
seits für  Europäer  recht  gewöhnungsbedürftig. Nichts  ist  wirklich eilig und das meiste wird sich eh schon irgendwie  regeln... "Enseguida"  –  das  verlo-
genste Wort der Welt für "sofort" steht ebenfalls für nichts anderes,  als für ei-
nen blanken Hoffnungswert,  welcher  schon so  manchen Zuwanderer ausflip-
pen ließ. Eine Bermerkung,  die  man in Paraguay  niemals mit Minuten mes-
sen sollte...
Da müssen Ausländer also durch, bis sie sich selbst zumindest  ein  bisserl
von  dieser  Mentalität angeeignet haben. Ein  freundlich  geduldiges Lächeln
hilft in vielen Situationen eher  weiter als cholerisch aufzubrausen. Eingewan-
derte wissen das natürlich längst,  trotzdem fällt es ihnen oft nicht leicht,  im-
mer die Ruhe bewahren zu müssen.  'Umerziehen'  kann  man  die  Einheimi-
schen ganz gewiss nicht  –  man  sollte  es auch erst gar nicht versuchen –
aber immerhin haben es die zahlreichen deutschen Arbeitgeber im  Land fer-
tiggebracht,  dass uns die meisten Paraguayer in-
zwischen  als  eine  recht  merkwürdige Gattung von
exotischen Vögeln tolerieren, die 'immer alles schnell
und möglichst auch noch genau' haben möchte. Das
"möglichst" in diesem Satz stammt nicht von  mir  –
das haben die Einheimischen selbst kreiert, um über-
haupt mit uns Eingewanderten zurechtzukommen...

Unpünktlichkeit ist schick...

So prägt also die meisten Paraguayer  (aus  unserer
Sicht) ein gewisses Phlegma gegenüber den Widrig-
keiten des Lebens. Und dies bedeutet, dass im Alltag oder Job an sich nichts
wirklich so eilig oder wichtig ist,  dass man darüber sein  "tranquilidad"  aufge-
ben müsste. Eine Lebensphilosophie,  der  man  im  Arbeitsalltag  ebenso be-
gegnet,  wie bei privaten Verabredungen, Geschäftsterminen, Festen oder bei
großen Publikumsveranstaltungen.  Das  geht  in letzter Konsequenz so weit,
dass Konzerte,  Feiern  oder Mitgliederversammlungen fast nie  pünktlich  be-
ginnen und es praktisch zum guten Ton gehört, bei privaten Feiern und. Einla-
dungen mindestens eine Stunde zu spät zu kommen, oder – trotz fester Zusa-
ge  –  überhaupt nicht zu erscheinen.

Feste, Feiern und Protzen:

Ein bisshen Show muss sein...     weiterlesen...  


Wie sie leben, was sie
tun – das Hompage-Ta-
gebuch...