



Das Geschäft
mit mit den falschen Mar-
kenartikeln...
Ich weiß nicht, wel-
chen Weltrang unser
Ländchen im Verhö-
kern von falschen Mar-
kenartikeln einnimmt,
doch dieser 'Wirt-
schaftszweig' boomt
nach wie vor.
Falsche
Rolex- oder
Cartieruhren werden
einem in den größe-
ren Städten praktisch
an jeder Ecke ange-
boten. Die Preise lie-
gen in etwa bei den
gefälschten Sonnen-
brillen (ab ab 5 Euro
bis 20 Euro). Die Uh-
ren sind zwar nicht
wasserdicht, aber sie
ticken ohne Probleme
und meist so zeitge-
nau wie die Originale.
Vor allem: niemand
versucht einem beim
Kauf weiszumachen,
dass es sich um ech-
te Marken handelt.
Dies
gilt übrigens
auch für Billig-Par-
füms ( Ramsch!)
oder für falsche Tex-
tilien. Dior, Versage,
Lewis- oder Diesel-
Jeans, Yve St-Lau-
rant oder gar Fanta-
sie-Uniformen, kann
man als falsche No-
belmarke überall er-
werben. Wen wundert
es da, dass kopierte
Computerspiele, CDs,
DVDs (alles in Spa-
nisch oder Englisch)
auch im 'Fachhandel'
unter der Theke zum
Bruchteil des Origi-
nal-Preises angebo-
ten werden. Und auch
die Videotheken quil-
len über vor Raubko-
pien zur Freude der
Farbkopierläden, wel-
che bestens von den
Videoclubs leben.
Übel: PC-Freaks wer-
den leider oft gerollt.
Hier wird in Massen
minderwertiger Mist
im Originalkarton an-
geboten und Nicht-
Fachleute erkennen
dann meist viel zu
spät, dass sie ihren
geliebten Compi mit
schlappen Prozes-
soren, Motherboards,
Soundkarten, Fest-
platten usw. be-
stückt haben.
Auch beim Kauf von
Digi-Cams und ähnli-
chem sollte man be-
sonders in einigen
speziellen Häusern in
Ciudad del Este auf
der Hut sein. Auch
dort - oder gerade da -
trügt oft der Schein
und es ist nicht alles
Gold, was glänzt...
Was bei gefälschten Markenartikeln
meist geduldet wird, verlangt beim Handel mit falschen Staatsbürger-
schaften (Zweitpass), Doktorwürden usw., mehr Dis-
kretion. Wer sich da erwischen lässt, muss mit emp-
findlichen Strafen rechnen. Entsprechend gestalten
sich hier auch die Preise und die Vermittler halten
sich meist recht bedeckt und agieren äußerst vorsich-
tig. Dennoch blüht auch hier der Handel.
Tiefstes
und preiswertestes
Glied in der Kette fal-
scher Dokumente sind die paraguayischen Führer-
scheine (etwa 10 Euro im Original) sowie die Dauer-
aufenthaltsgenehmigungen für Leute, die es (meist
wegen eines arg beschriebenen Führungszeugnisses)
selbst in Paraguay nicht schaffen, einwandern zu dür-
fen. Da werden dann schon mal 5.000 Euro fällig, um

Exotenländer...
Nun
erhebt sich angesichts
solcher "Vorgänge" für viele Einwanderungsinteres-
sierte die Frage, ob man in einem solchen Land überhaupt leben kann.
Natür-
lich kann man. Tatsächlich sollte man sich also selbst die
Frage stellen, ob
man in einem Exotenland tatsächlich leben möchte.
In der
Regel wird man mit
solchen Vorgängen wir hier beschrieben niemals
konfrontiert. Und da, wo solche Dinge trotzdem unweigerlich in
den Alltag ein-
fließen und sich mit ihm verknüpfen (falsche Markenartikel,
Schmiergeld zah-
len statt Protokolle bei Verkehrssünden usw.) lernt man recht schnell
damit zu
leben. Schmiergelder sind sowas wie das Salz in der Suppe in Exotenländern.
Unterbezahlte Beamte, schlechte Wirtschaftssituationen und ein bißchen
auch
Mentalität der Einheimischen, schaffen diese Grauzone des illegalen
Handels.
Es gibt sicherlich zahlreiche Länder, wo es bedeutend ärger zugeht
wo also
ohne Schmiergeld absolut nichts läuft. In Paraguay geht es meistens auch
oh-
ne; es dauert nur länger und kostet in der Regel mehr. Am Ende schlagen
dann
auch Bakschisch-Hasser diesen bequemeren Weg ein, der alles ein wenig be-
flügeln kann.
Es
ist also schon alles ein
wenig anders, als in der alten Heimat. Und hier wie
dort ist eben auch nicht alles Gold, was glänzt...