
Die beiden sehr unter-
schiedlichen Vegeta-
tionszonen in Paragu-
ay verlangen wegen
des unterschiedlichen
Klimas und Bodens
auch verschiedene Ar-
ten der Bodennutzung
und Feldbestellung.
Auf
Grund der
über-
aus fruchtbaren Bö-
den in Ostparaguay,
ausreichender Nieder-
schlagsmengen und
des warmen Klimas,
ist hier zwei- bis drei-
mal pro Jahr die Feld-
bestellung möglich.
Leider
gilt auch hier,
dass bei der Inkultur-
nahme gerodeter Flä-
chen ausschließlich
das sich unter der
Walddecke angesam-
melte höchst fruchtba-
re Potential zur Erzeu-
gung der Kulturpflan-
zen genutzt wird, was
zwangsläufig und ra-
sant zu tiefgreifenden
Veränderungen des
Bodens führt.
Die
hohe Feuchtigkeit
und Temperatur der
Böden, die keine Win-
terruhe kennen, führen
dazu, dass der Hu-
musabbau ca. sechs-
mal so schnell als in
gemäßigteren Zonen
erfolgt. So kommt es,
dass viele von Klein-
bauern oder unerfahre-
nen Landwirten betrie-
bene Ackerbauflächen
schon nach wenigen
Jahren praktisch 'aus-
gelaugt' sind, allmäh-
lich veröden und damit
der Erosion von Wind
und Regen völlig preis-
gegeben werden.
Gut
geführte landwirt-
schaftliche Großfar-
men, wo Wechselan-
bau, Pflanzenschutz,
Düngung und experi-
mentelle Saatgutzüch-
tungen umsichtig be-
trieben werden, verbu-
chen allerdings konti-
nuierlich hohe und
wirtschaftlich interes-
sante Renditen in Pa-
raguay. Mehr dazu...

Hier ticken die Uhren
einfach anders...
In
Paraguay ist alles ein
bisschen anders, als woan-
ders. Flächenmäßig so groß, wie die Bundesrepublik,
Luxemburg und die Schweiz zusammen, leben hier
nur 5,2 Millionen Menschen etwas mehr, als in Ber-
lin. Und um in einem solch weiten, jedoch dünn be-
siedelten Land die Bevölkerung zu regieren, bedarf es
weniger an Gesetzen, Verordnungen und Vorschrif-
ten, als in sehr dicht besiedelten Ländern. Salopp ge-
sagt: man kann in Paraguay mal wieder so richtig
durchatmen, frei leben und diese ungewohnte neue
Freiheit auch ausgiebig genießen.
Das
beginnt bei der Berufsauswahl
und endet in Bau-
vorschriften (die es eigentlich gar nicht gibt) und nicht
zuletzt in den laxen Einwanderungsbedingungen. Den-
noch - im 'Garten der Welt' herrschen weder Anarchie,

