Copyright 2004 by H.W. Kopczinski, Paraguay

 
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Die beiden sehr unter-
schiedlichen  Vegeta-
tionszonen in Paragu-
ay  verlangen  wegen
des unterschiedlichen
Klimas  und   Bodens
auch verschiedene Ar-
ten der Bodennutzung
und Feldbestellung.
Auf  Grund  der  über-
aus  fruchtbaren   Bö-
den  in  Ostparaguay,
ausreichender Nieder-
schlagsmengen   und
des  warmen  Klimas,
ist hier  zwei- bis drei-
mal pro Jahr die Feld-
bestellung möglich.
Leider  gilt auch hier,
dass bei der Inkultur-
nahme gerodeter Flä-
chen   ausschließlich
das   sich  unter   der
Walddecke angesam-
melte höchst fruchtba-
re Potential zur Erzeu-
gung  der  Kulturpflan-
zen genutzt wird, was
zwangsläufig  und  ra-
sant zu  tiefgreifenden
Veränderungen    des
Bodens führt.
Die hohe Feuchtigkeit
und  Temperatur   der
Böden, die keine Win-
terruhe kennen, führen
dazu,   dass  der  Hu-
musabbau ca. sechs-
mal so schnell  als in
gemäßigteren  Zonen
erfolgt. So kommt es,
dass viele  von  Klein-
bauern oder unerfahre-
nen Landwirten betrie-
bene Ackerbauflächen
schon nach  wenigen
Jahren praktisch 'aus-
gelaugt' sind,  allmäh-
lich veröden und damit
der Erosion von Wind
und Regen völlig preis-
gegeben werden.
Gut geführte landwirt-
schaftliche    Großfar-
men,  wo Wechselan-
bau, Pflanzenschutz,
Düngung  und  experi-
mentelle Saatgutzüch-
tungen  umsichtig be-
trieben werden, verbu-
chen  allerdings konti-
nuierlich  hohe    und
wirtschaftlich interes-
sante Renditen in Pa-
raguay.   Mehr dazu...

     
Landesinformationen, Paraguay

Hier ticken die Uhren einfach anders...
In Paraguay ist alles ein bisschen anders, als woan-
ders. Flächenmäßig so groß, wie die Bundesrepublik,
Luxemburg und die Schweiz zusammen, leben hier
nur 5,2 Millionen Menschen – etwas mehr, als in Ber-
lin. Und um in einem solch weiten, jedoch dünn be-
siedelten Land die Bevölkerung zu regieren, bedarf es
weniger an Gesetzen, Verordnungen und Vorschrif-
ten, als in sehr dicht besiedelten Ländern. Salopp ge-
sagt: man kann in Paraguay mal wieder so richtig
durchatmen, frei leben und diese ungewohnte neue
Freiheit auch ausgiebig genießen.
Das beginnt bei der Berufsauswahl und endet in Bau-
vorschriften (die es eigentlich gar nicht gibt) und nicht
zuletzt in den laxen Einwanderungsbedingungen. Den-
noch - im 'Garten der Welt' herrschen weder Anarchie,

Ackerbau
noch Chaos oder Selbstjustiz, sondern eigentlich nur mehr persönliche Verant-
wortung des Einzelnen.
Kaum jemand haut über die Stränge, denn in der paraguayischen Gesellschaft
steht das Menschliche im Vordergrund, die Familie, die Freunde – und das um-
gängliche Miteinander, statt Gegeneinander. Historische  u. politische Entwick-
lungen sind die Ursachen dafür,  dass  der  Massentourismus  bis heute nie so
recht Fuß fassen konnte. Auch ist Paraguay ein Binnenland, das ohne die klas-
sischen touristischen  Anziehungspunkte  wie  Strände  oder Gebirge auskom-
men muss. Statt dessen bietet das Land eine atemberaubende Tier- und Pflan-
zenwelt, ca. 300  Sonnentage im Jahr und das typisch südamerikanische Flair
quirliger Städte, malerischer Landschaften,  gigantischer Flüsse und Marktflek-
ken.
Was  hier  auf den Besucher einströmt,  das ist Südamerika pur  –  eine unver-
gleichliche Mixtur aus pulsierendem Stadtleben,  träger Gelassenheit,  gepfleg-
ten Gärten und bizarren  Hügellandschaften  –  ein  Kontrast  aus  Düften  und Qualm, Vogelgezwitscher und Autolärm,  Tropenregen und heißen Trockenzei-
ten. Strasenverkäufer,  fliegende Händler,  Kioske,  Schuhputzer,  Geldwechs-
ler  und  kleine Jungs,  die an den großen Ampelkreuzungen die Autoscheiben
putzen, prägen das Bild der Städte ebenso, wie schöne Villen, moderne Shop-
pingzentren, Prachtstraßen u. Supermärkte.
Noch größer ist der Kontrast zum Landesinneren. Kaum  hat  man  der Haupt-
stadt den Rücken zugekehrt,  erlebt  man  nun die sakrale Ruhe dörflicher An-
siedlungen: kilometerweite Strecken, wo nur hier und da ein kleines Häuschen auftaucht, ein paar Kühe, die die Straße überqueren,  Palmenhaine  oder  weit-
gedehnte Alleen von Eukalyptusbäumen.  Und wo immer man hinschaut,  um-
gibt einen dieses satte, nicht mehr wegzudenkende Grün – eine Farbe, durch
die Paraguay sehr rasch zur Droge werden kann...

Licht und Schatten

Klar, dass es in diesem Paradies nicht nur niedliche Kolibris, viel Sonne, Gau-
chos am Lagerfeuer, saftige Filetsteaks, putzige Nasenbären, Tukane und Pa-
pageien gibt, sondern auch unübersehbare Schattenseiten,  die  den Touristen
zwar kaum stören müssen,  dafür  aber  von  auswanderungswilligen Männlein
und Weiblein um so mehr beachtet werden sollten:
Da existieren die immense Kluft zwischen  Arm  und  Reich,  Korruption,  Be-
stechlichkeit und ein marodes Rechtssystem. Das  nur halbherzige Vorgehen
der Regierung,  diese Missstände zu reduzieren,  hat Paraguay in den vergan-
genen Jahren zum wirtschaftlichen Außenseiter werden lassen.
Was jedoch für die Multis immer noch in weiter Ferne zu liegen scheint, stellt
sich hingegen für Privatleute, Klein-, und Mittelbetriebe, für Selbständige, Rent-
ner und Landwirte bereits seit Jahrzehnten nicht als Hindernis dar. Jahr für Jahr
wandern Hunderte Deutsche, Schweizer,  Österreicher und Asiaten in Paragu-
ay ein, um hier noch einmal die Ärmel hochzukrempeln  und  ein neues Leben
zu beginnen. Und so gehört auch Paraguay  – trotz  all  seiner  Widersprüche, Fußangeln und Hürden - seit rund hundert Jahren zu den belieb-
testen Einwanderungsländern der Welt...

 Fläche: 406.752 qkm  Einwohner: 5.000.000  Bevölkerung: 12/qkm  Regierungsform:  Demokratische Republik  Landeshauptstadt:  Asunción ( 1 Mio. Einw.)  Amts/Landessprache:  Spanisch u. Guaraní
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